Rittersteig

Der Erlebnisweg im Palten Liesingtal mit einer Länge von 10 Kilometer und einem Höhenunterschied von ca. 600 Meter führt von Kammern aus nördlich nach Mautern. Über einen gut markierten Weg, durch Nadelwälder erreicht man die schönsten Plätze mit herrlicher Aussicht in das schöne Palten-Liesingtal. Herrliche Panoramablicke auf die im Tal gelegenen Ortschaften Kammern und Mautern. Vorbei an den alten Gemäuern der Ruine Kammerstein und der Ruine Ehrenfels.

Kammerstein

Burg Kammerstein

Burg Kammerstein einst

Ruine Kammerstein heute

Kammerstein heute

Die Burg Kammerstein (heutige Burgruine) entstand in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Bereits vorher gab es an dieser Stelle eine wehrhafte Anlage, die von den Ehrenfelsern erneuert und erweitert wurde. Die Baumeister waren sehr geschickt, konnten den wenigen Platz gut für die Burganlage nützen. Trotz der geringen Größe erscheint der gesamte Komplex relativ geräumig. Da an allen vier Seiten Felsen aufragen, wurde an der Nordseite für den Zugang eine Hilfsmauer errichtet.

Von einer Vorburg gelangte man über einen schmalen Steig zum viergeschossigen Torbau. Durch drei Tore betrat man die Burg und gelangte in einen steilen und engen Innenhof. Nach der Burgenbeschreibung von Piper war um 1900 hier noch ein Erker erhalten. Anschließend befand sich das Wohngebäude und gegen Süden waren mehrere Terrassen der Burg vorgelagert.

Der Bergfried, die letzte Zufluchtsstätte einer Burg, war mit einem Innenmaß von 2 x 4 Meter (kleinster Bergfried Österreichs) kaum bewohnbar. In diesem Raum musste ja auch noch Platz für eine Treppe oder zumindest für eine Leiter sein. Kammerstein wurde als Niederhaus, slos Camerstein, bezeichnet. Die Burg dürfte zu Beginn des 16. Jahrhunderts bereits verfallen gewesen sein (Die Vestung oder Gesloss Camerstain ligt zunechst ob dem Dorf Camer …welches vast gar abkhumen)

Ehrenfels

Ausblick nach Seiz und das Untere Liesingtal

Ausblick nach Seiz und das Untere Liesingtal

Von der Burg sind nur mehr wenige Reste erhalten, die von der Straße aus nur schwer wahrnehmbar sind. Die Burgruine liegt auf der Spitze der Gfäller Wand und ist auf einer Seehöhe von 1146 Metern, eine der höchstgelegenen Wehrbauten der Steiermark. Drei Seiten um die Burg fallen steil ab, gegen Norden trennt ein in den Fels gehauener Graben die Burg vom Berg. Über eine Zugbrücke gelangte man durch den Torbau in den Hof in dem sich neben dem Bergfried noch ein Langhaus, ein Wohnbau von 12 x 7 Meter Grundmaß befand.

Die Burg dürfte im 13. Jahrhundert wahrscheinlich an der Stelle eines älteren Wehrbaues errichtet worden sein (womöglich durch ein Erdbeben zerstört – Grundlage für die Sage vom Ende von Ehrenfels). Als Zeichen der Zeit zogen sich im ausgehenden Mittelalter die Ritter immer mehr in ihre Talschlösser zurück und auf den Burgen saßen Burggrafen oder Verwalter. Die Herren von Ehrenfels selbst bezogen bereits im Jahre 1347 das Talschloss in Ehrnau. Zuletzt war wohl die Burg Kammerstein der Hauptsitz der Burgherren, die immer beide Burgen in Besitz hatten.

Bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts könnte die Burg ein Raub der Flammen geworden sein. Große Teile der Burggebäude waren aus Holz errichtet. Mit ein Grund, warum so wenige Reste erhalten sind. Auf einer Fotografie aus dem Jahre 1929 kann man noch einen größeren Mauerrest erkennen.

Ehrenfels war Oberchamer oder Oberhaus, Kammerstein: Niederhaus, slos Camerstein.

Auf dem Pfad des Rittersteigs