Sehr geehrte BürgerInnen!

Im Bewusstsein der zukünftigen Herausforderungen in Energie- und Klimafragen haben die Bürgermeister der Gemeinden Wald am Schoberpass, Kalwang, Mautern in Steiermark und Kammern im Liesingtal den festen Entschluss einer regionalen Energiewende gefasst.

Mit dem Vorhaben der Klima- und Energie- Modellregion Liesingtal, das ”Erlebnistal der Energie” wurde gemeinsam mit der Energie Agentur Steiermark Nord GmbH und den Gemeinden der Kleinregion Liesingtal ein einmaliges Projekt ins Leben gerufen.

Die Klima- und Energie- Modellregion Liesingtal, das “Erlebnistal der Energie” versteht sich als Teil der globalen vielfältig vernetzten modernen Welt und bekennt sich zur Energie- und klimapolitischen Verantwortung. Sie ist bestrebt, den Bedarf an Fremdenergie in der Region nachhaltig zu senken und innerhalb dieses Zieles die Energien aus fossilen und atomaren Quellen durch solche aus regionalen, klimaneutralen und erneuerbaren Ressourcen wie z.B. Wasser, Sonne, Wind, Geothermie oder Biomasse zu ersetzen. Auch die Elektromobilität, Bewusstseinsbildung, Energieeffizienz und die Nachhaltigkeit stellen einen Baustein dar. Durch die Unterstützung des Klima- und Energiefonds (der Klima- und Energiefonds versteht sich als Impulsgeber und Innovationskraft für klimarelevante und nachhaltige Energietechnologien) werden in Zukunft Expertenteams, vertreten durch Klimaeffizienzbeauftragte und Interessenten die notwendigen Tätigkeiten bündeln, strukturieren und die daraus entstehenden Maßnahmen und Projekte für eine Umsetzung vorbereiten.

Auch verwandete Bereiche wie z.B: der Tourismus sind im Gesamtprojekt zu bewerten. Eine weitere Aufgabe wird der Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit mit bereits laufenden Modellregionen sein. Hier gilt es Partnerschaften anzustreben um die Synergieeffekte nutzen zu können. Im Bereich Tourismus besteht ein großer Aufholbedarf. Im ersten Schritt erfolgte jüngst die mit großem Interesse besuchte Auftaktveranstaltung und die Projektvorstellung in Mautern. Über die Strukturanalyse wird in Zukunft die tatsächliche Energiesituation in der Region Liesingtal erhoben. Auf Basis der Ergebnisse und den von Ihnen und regionalen Unternehmen eingebrachten Ideen und Vorschläge werden Projekte ausgearbeitet und schrittweise umgesetzt. Ziel dabei ist die Integration regionaler Gewerbetreibende zur Stärkung der Wertschöpfung, die Erhöhung der Kaufkraft und die Abfederung der negativen Bevölkerungsentwicklung.

Die Bürgermeister der Gemeinden Wald am Schoberpass, Kalwang, Mautern in der Steiermark und Kammern im Liesingtal sowie die Energie Agentur Steiermark Nord laden Sie recht herzlich dazu ein, die Energiewende im Liesingtal einzuleiten.

Bereits durchgeführte Maßnahmen und Projekte in der Energie- Modellregion

• Kleinregionales Entwicklungskonzept
• Teilnahme am Programm Agenda 21
• Attraktivierung und Ausbau des Fuß- und Radwegnetzes
• Umstellung der Straßen und Wegebelechtung auf LED
• Integration zahlreicher Energieeffizienzmaßnahmen in einem örtlichen Krankenhaus
• Optimierung des Biomasse-Nahwärmenetzes, Erweiterungsplanung
• Intitiativen in Richtung Bewußtseinsbildung, Vorträge und Seminare
• Energieprojekte mit lokalen Schulen
• Erneuerbare Energie durch Kleinwasserkraft
• Steuerungsoptimierung der Kläranlage
• Mustersanierungen

Geplante Maßnahmen und Projekte in der Energie- Modellregion

• Die Enerigebedarfserhebung der Region mit dem Energie Check, Potentialanalyse
• Regionenübergreifendes Energiemanagement und Energieaudits
• Gebäudeenergieausweise, Thermografien und thermotechnische Sanierungen
• Mustersanierungen
• Ausbau und Einsatz erneuerbarer Energien wie Wasser, Wind, Wärme, Strom
• Neue Mobilitätskonzepte, Elektromobiltität, Strukturwandel im Umgang mit der Mobilität
• Energietankstellen an der A9/E57 im Erlebnistal der Energie
• Energieeffizienz und Einsatz erneuerbaren Energien in Betrieben, Kommunen und Haushalten
• Real Smart Villages – Energieprofil der Region durch Submeetering
• Bewußtseinsbildung der Bürger und auch in Betrieben
• Betriebsansiedelungen und Arbeitsplätze mit dem Tätigkeitsgebiet „Energie“
• Energieveranstaltungen, Präsentationen, Ausstellungen, Schulungszentrum (klima:aktiv)
• PV Bürgerbeteiligungsmodelle, Einsatz von Speichertechnologien
• Installtion eines Nahwärmenetzes in Mautern
• Schulen: „Energie macht Schule“ in Kooperation mit Klimabündnis Österreich
• Synergienutzung mit anderen Modellregionen und Integration der Tourismusthematik: „Erlebnistal der Energie“

Die Klima- und Energie-Modellregionen – ein Rezept aus Österreich für eine erfolgreiche Bottom-Up Bewegung im Bereich Klima und Energie

Der Klima- und Energiefonds wurde 2007 durch die Österreichische Bundesregierung ins Leben gerufen, um neue, innovative Wege für den Klimaschutz und eine nachhaltige Energiewende zu entwickeln. Seit seiner Gründung standen dafür 850 Millionen Euro Förderbudget zur Verfügung. Die Förderungen fließen in Klimaschutz- und Energieprojekte aus den Bereichen der Forschung, der Mobilität und der Marktdurchdringung. Eckpfeiler aller Maßnahmen sind Nachhaltigkeit und Effizienz.

Eine der erfolgreichsten Initiativen Österreichs in den letzten Jahren ist das Programm „Klima- und Energie-Modellregionen“.

Der Klima- und Energiefonds initiiert und unterstützt mit dieser Initiative Regionen, die sich zum Ziel gesetzt haben, von fossilen Energien unabhängig zu werden. Sie erreichen dieses Ziel, indem sie den Reichtum ihrer regionalen Ressourcen nutzen und dabei ihren Energiebedarf mit einem klugen Mix aus der Produktion von erneuerbaren Energien, Maßnahmen zur Energieeffizienz und intelligenter Steuerung decken.

Die Klima- und Energie-Modellregionen sind ein wesentliches Instrument, um das Ziel der Österreichischen Bundesregierung, bis 2050 unabhängig von fossilen Energieträgern zu werden, umzusetzen. Dabei soll im Jahresverlauf zumindest gleich viel Energie (erneuerbar) produziert werden, wie verbraucht wird. Ein breites Netz an ausgebildeten, vernetzten und koordinierten Modellregionen ist dafür ein geeigneter Ansatz.

Österreich hat in Europa schon länger eine Vorreiterrolle in Bezug auf Energieregionen, als Beispiel sei hier nur Güssing erwähnt. Der Klima- und Energiefonds hat gemeinsam mit diesen Pionieren die Strategie des Programmes in einem Stakeholderprozess entwickelt.

Effizienter Klimaschutz braucht tiefgreifende strukturelle Änderungen. Der Ansatz der Klima- und Energie-Modellregionen ist nur ein Baustein, aber ein tragender Baustein. Das Programm hat mittelweile eine hohe Dynamik in Österreich entwickelt. Es sind bereits 114 Klima- und Energie-Modellregionen entstanden in denen 1.186 Gemeinden aktiv sind. Diese erreichen zusammen bereits über 2,7 Millionen Menschen. Die Dynamik zeigt sich allen voran an der gesteigerten Anzahl umgesetzter Projekte und an der ambitionierten Teilnahme vieler wichtiger Stakeholder

Mit der Modellregion können wir gemeinsam die Themen Energie, Natur, Tourismus und Nachhaltigkeit einer neuen Wertigkeit zuordnen. Mit dieser Harausforderung werden wir das Erlebnistal der Energie neu formen und gestalten. Energieautonom, Energieeffizient, und fit für die Zukunft. Die beste Kilowattstunde ist ja jene, die wir selbst erzeugen oder nicht verbrauchen“

Ihr Bürgermeister und Klima- und Energie-Modellregionsmanager

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