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Geschichte Teil III
Eisenbahn durch die Gemeinde
1869 wird die Kronprinz Rudolf Bahn (von Amstetten bis Pontebba) durch das Liesingtal eröffnet. Der Bahnhof entsteht in Seiz. Überlieferungen zufolge versahen die Bahningenieure wegen des Widerstandes der Fuhrunternehmer von Kammern gegen die Errichtung der Bahnlinie die Strecke bei Kammern mit einem Gefälle, welches für die Errichtung eines Bahnhofes zu groß war. Seiz wurde eine Haltestelle, in Kammern wurde erst 1884 eine Haltestelle errichtet. In Seiz wurde 1899 ein zweites Gleis verlegt und die Haltestelle zu einem Bahnhof. Der lag einige hundert Meter östlich des heutigen Bahnhofes. Bei diesen Bauarbeiten wurde der Römerstein entdeckt. Das erste Bahnhofsgebäude diente später als Wohnhaus, steht aber heute nicht mehr.
 
1874 - Brand von Kammern
Ein dunkles Jahr in der Geschichte der Gemeinde ist das Jahr 1874. Am 28. März brach um ca. 3 Uhr in der Früh ein Brand aus, vermutlich durch unachtsam gelagerte Asche verursacht. Durch den heftigen Wind breitete sich das Feuer auf fast das gesamte Dorf aus. 10 Menschen verloren ihr Leben, und fast alle ihren gesamten Besitz. Es setzte eine Spendenflut ein und viele Hilfsgüter kamen nach Kammern. Dabei passierte es, dass das Feuer am 31. März auch zum sogenannten Hannsbauern, später Gemeindehaus, in der Nähe der Kirche weitergetragen wurde. Nun verbrannten auch schon eingetroffene Hilfsgüter. In Graz gab es eine eigene Theateraufführung für die Abbrandler und Peter Rosegger verfasste in der Tagespost einen Spendenaufruf für Kammern. Leider verursachte die Aufteilung der Spenden viel Neid, da sie von vielen als ungerecht empfunden wurde.
 
Kirche im 20. Jahrhundert
Die Kirche hatte ursprünglich einen spitzen Turm, doch die Barockzeit verpasste ihr einen Zwiebelturm, der auch noch auf wenigen Fotografien aus dem vorigen Jahrhundert zu sehen ist. Nach einem Blitzschlag 1899 setzte man der Kirche wieder den Turm in seiner ursprünglichen Form auf.
Zwischen 1907 und 1910 wurde die Pfarrkirche umfangreich erneuert. Ein neuer, in neugotischem Stil gehaltener Hochaltar wurde errichtet, die Statuen des barocken Altars fanden in halbrunden Wanddiensten im Chor einen neuen Platz. Die Fenster im Chor wurden erneuert und der ortsansässige Tischlermeister Freidinger schuf die Kirchenbänke. Der damalige Pfarrer P. Cornelius Kössler half bei den Arbeiten eifrig mit.
Nach seinen Entwürfen entstand 1920 das Kriegerdenkmal, das erste in den admontischen Pfarren, das in einer Kirche errichtet wurde. Nach dem 2. Weltkrieg ergänzte der osttiroler Bildhauer Fuetsch das Denkmal mit den Namen der im 2. Weltkrieg Gefallenen.
Der Bildhauer Fuetsch schuf aber noch ein anderes bedeutendes Werk. Im Auftrag von Pfarrer Emmeran Tiefenböck fertigte er 1951 eine besondere Weihnachtskrippe an. Die Kulisse bilden das Stift Admont, die Ruine Kammerstein sowie Kirche und Ort Kammern. Die Figuren tragen die Gesichter von zeitgenössischen Vorbildern. Sogar der Hund des Pfarrers fand seinen Platz.
In den 80iger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das Kriegerdenkmal, nachdem man den darunter liegenden Benediktsaltar wieder freigelegt hatte, in den Turm verlegt. Mitte der 90iger Jahre wurde das Prebyterium umgebaut und der Volksaltar neu errichtet.
In der Seizer Kirche wurde 1958/59 ein Freskenzyklus des Konrad von Friesach freigelegt. 2006 erhielt diese Kirche nach umfangreichen Renovierungsarbeiten einen neuen Altar.
Seit 1988 ist die Pfarre Kammern Teil von Pfarrverbänden, zuerst mit Traboch, dann mit Traboch und St. Michael, seit 2001 mit Mautern und Kalwang, seit dem Vorjahr gehört auch Wald zu diesem Pfarrverband.
 
Pfarrer seit dem Brand, solange Kammern eine eigenständige Pfarre war:
P. Honorius Fruhmann, P. Ignaz Bierbaum, P. Cornelius Kössler, P. Balduin Hartmannstorfer, P. Frowin Handzely, P. Franz Schegerer, P. Emmeran Tiefenböck , P. Tassilo Riegler.
 
Gemeinsame Volksschule / Seiz Kammern
1979 wurde die gemeinsame Volksschule nach jahrzehntelangem Streit an neutraler Stelle, so kann man es am besten nennen, errichtet. Die Auseinandersetzungen um den Standort einer gemeinsamen Schule drangen bis in die Vereine vor, der Streit zwischen Kammern und Seiz, der schon bei den Beichtgängen der Seizer Schüler nach Kammern zu vielen Raufereien geführt hatte, spielte eine große Rolle. So findet sich in einem alten Gemeinderatsprotokoll aus dem Jahre 1902, als die Post, das Postamt wegen des Bahnhofes von Kammern nach Seiz verlegen wollte, folgender Gemeinderatsbeschuss: „... sind wir dagegen, dass das hiesige Postamt von Kammern nach Seiz verlegt wird und außerdem sind wir dagegen, dass in Seiz zusätzlich ein eigenes Postamt errichtet wird.“
Der gemeinsame Schulbesuch der Kinder aus der gesamten Gemeinde soll zum einem besseren Verständnis aller Gemeindebewohner beitragen.
 
Gemeinde nach 1945
Nach dem 2. Weltkrieg setzte auch in unserer Gemeinde Kammern große Aufbauarbeit ein. Die Infrastruktur wurde verbessert. Zuerst waren es die Wasserleitungsbauten, die die Bedingungen für die Menschen verbesserten, dann folgen die Straßenausbauten, die Asphaltierung der Wege, die Müllentsorgung sowie die Abwasserentsorgung, ein eigener Fuhrhof entstand.
Der Bau von Miet- und Eigentumswohnungen wurde vorangetrieben, eine gemeinsame Volksschule wurde errichtet und die Seizer Volksschule zum Kindergarten umgebaut.
Mit dem von der Vereinsgemeinschaft geschaffenen Heimatsaal entstand ein Raum für Veranstaltungen, um den uns die Nachbargemeinden beneiden.
Im Rahmen der 900-Jahr Feier wurde eine neue Heimstätte für unsere Gemeinde gebaut, gemeinsam mit der Raiffeisenbank.
In den letzten Jahren entstanden der Dorf-(Markt-)platz und der Museumshof. Für die Senioren steht mit der Viola nun eine Heimstätte in der Gemeinde zur Verfügung.
 
Reihe der Bürgermeister seit Kriegsende 1945:
Johann Gasteiner - Anton Zötsch - Robert Karas - Andreas Stadler - Josef Mühleder - Karl Gruber - Rudolf Zündel - Franz Brandner - Herbert Kühberger - Josef Sprung - Karl Dobnigg.

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